Literaturen aus Afrika werden in Österreich häufig als exotisch wahrgenommen. Die Auseinandersetzung damit wird undifferenziert und wenig ernsthaft betrieben. Obwohl der Literaturnobelpreis in den letzten zwanzig Jahren vier Mal an afrikanische SchriftstellerInnen – Wole Soyinka (1986), Nagib Machfus (1988), Nadine Gordimer (1991), John M. Coetzee (2003) – vergeben wurde, wird der afrikanischen Literatur in Europa wenig Aufmerksamkeit zuteil. Das AfrikaZentrum Chiala’Afriqas hat es sich mit seinen Partnern zum Ziel gesetzt, der Literatur von AfrikanerInnen ein öffentliches Forum zu bieten.
Seit dem Jahr 2008 veranstaltet das AfrikaZentrum gemeinsam mit dem Literaturhaus Graz und dem Afro Asiatischen Institut Graz sehr erfolgreich Vorträge und Lesungen afrikanischer AutorInnen. Zwischen 25 und 100 begeisterte Menschen versammeln sich regelmäßig, um der Weltliteratur aus Afrika zu begegnen. Mit der Präsentation
von Werken, welche am Kontinent bzw. in der europäischen Diaspora entstanden sind, möchten wir der Literatur einer Generation ein Forum bieten, die gekonnt nationale, geographische, aber auch ideologische Grenzen verschwimmen lässt und bereits Teil eines globalen literarischen Diskurses ist.